Eine Geschichte über die Bekämpfung von Kinderarbeit in Ghana und der Côte d'Ivoire
"Ein kindgerechter Ansatz, der das Kindeswohl in den Mittelpunkt stellt, ist die einzige Möglichkeit, Kinderarbeit zu bekämpfen."

Von Aarti Kapoor, Geschäftsführerin von Embode

Schon seit Jahren arbeitet Cocoa Life daran, Kinderarbeit in Kakao anbauenden Gemeinden auszumerzen, indem sowohl die Kinderarbeit direkt als auch deren Ursachen bekämpft werden. Zu den Ursachen zählen: relative Armut der Bauern, fehlende Infrastruktur und kaum Zugang zu Schulen und medizinischer Versorgung. Unsere NRO-Partner wie CARE International und Solidaridad wecken durch Schulungen für Kinder und Eltern in den Kakao anbauenden Gemeinden Bewusstsein für Kinderarbeit. Die Initiativen von Cocoa Life helfen, den Lebensunterhalt der Bauern zu steigern, Frauen zu qualifizieren und Bildung zu fördern. Hierzu hat sich Cocoa Life mit Embode zusammen getan, einer unabhängigen Unternehmensberatung für Menschenrechte, die die Infrastruktur von Umfeld und nationalem Kinderschutz in der Côte d'Ivoire, Ghana und Indonesien analysiert hat. Aarti Kapoor, Geschäftsführerin von Embode, gewährt uns Einblicke:

Auch mit unseren besten Absichten können wir Kinderarbeit nicht lediglich dadurch bekämpfen, dass wir uns nur auf das Problem selbst konzentrieren. Kinderarbeit entsteht nicht aus einem Vakuum, sondern wird durch viele sozioökonomische und kulturelle Faktoren ermöglicht und verursacht, wodurch bestimmte Kinder diesem Risiko ausgesetzt sind. Nachdem wir mit Familien und Kindern in vielen Kakao anbauenden Gemeinden1 in der Côte d'Ivoire und Ghana gesprochen und die Probleme mit wichtigen Persönlichkeiten aus der Regierung, Unternehmen und NRO-Interessenvertretern in beiden Ländern erörtert haben, bin ich der Meinung, dass ein kindgerechter Ansatz, der auf das ganzheitliche Wohlergehen von Kindern abzielt, der einzig nachhaltige Weg zur Bekämpfung der Kinderarbeit ist.

Kinderarbeit in der Côte d'Ivoire und Ghana zu begegnen, muss mehr sein, als das Bewusstsein zu wecken und einen verpflichtenden Ansatz zu etablieren. Damit wird sich häufig zu stark auf die Problematik konzentriert, ohne die Ursachen zu bekämpfen, die Kinderarbeit ermöglichen. Es ist wichtig, sich um die größeren Probleme zu kümmern und dafür zu sorgen, dass jedes Kind in einer sicheren Umgebung aufwachsen kann, wo ihm nichts geschieht, und wo es Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung, sauberem Wasser und sanitären Anlagen hat. Man sollte sich der Tatsache bewusst sein, dass Kakaobauern und ihre Familien ihre Kinder sehr lieben und dass ihnen deren Zukunft am Herzen liegt. In die Bildung ihrer Kinder zu investieren, ist ihnen ein Grundbedürfnis, und zwar nicht nur formell durch Schulen, sondern auch informell im Kakaoanbau und sonstiger Landwirtschaft. Deswegen lässt der innovative Ansatz von Cocoa Life Raum für Hoffnung, Aufmerksamkeit und Ressourcen im Hinblick auf dieses Problem.

Es hat sich zum Beispiel erwiesen2, dass Kinder, die regelmäßig zur Schule gehen, weniger im Kakaoanbau arbeiten. Deswegen ist der Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung ein sehr wichtiger Faktor zur Bekämpfung von Kinderarbeit. Was dem Zugang zu Bildung in der Côte d'Ivoire entgegensteht, sind fehlende Geburtsurkunden. Ohne eine Geburtsurkunde können Kinder bei der Schulanmeldung abgewiesen oder nicht zu Prüfungen zugelassen werden. Kinder ohne Geburtsurkunden können auch Probleme bekommen, andere Leistungen und Vorteile registrierter Bürger zu beanspruchen, was sie empfänglicher für Kinderarbeit macht. Es kann ein langer und mühsamer verwaltungsrechtlicher Prozess sein, diese Bescheinigungen zu erhalten. Cocoa Life arbeitet mit CARE International zusammen, um Kindern im Schulalter bei dem Verfahren zu helfen. Mit Erfolg! Hunderte von Kindern haben mittlerweile Geburtsurkunden erhalten. Es ist unglaublich, was für einen Unterschied eine einzige Urkunde machen kann.

Ein Ansatz zur Gemeindeentwicklung, bei dem das Kindeswohl im Mittelpunkt steht, ist auf die Stärkung der vorhandenen Unterstützungssysteme und Infrastruktur aufgebaut, wie Bildung, soziale Sicherheit und Gesundheit, um Gemeinden zu befähigen, angemessen für ihre Kinder zu sorgen. Dieser Ansatz, der dem Gedanken Rechnung trägt, dass jedes Kind ein sicheres Umfeld braucht, um aufzuwachsen und sich zu entwickeln, ist der nachhaltige Schritt in die Zukunft.

Der vollständige Bericht und die Kurzfassung zur Beurteilung von Ghana und der Côte d'Ivoire von Embode kann in der Bibliothek heruntergeladen werden.

Lesen Sie auch den Blog von Cathy Pieters und Aidan McQuade zur Veröffentlichung der Berichte.


  1. Gemeinden von Cocoa Life und andere Gemeinden. 
  2. Zum Beispiel siehe Baker, Simon ‘Child Labour’ and Child Prostitution in Thailand: Changing Realities, White Lotus Press, 2007, und Weiner, Myron. The Child and the State in India: Child Labor and Education Policy in Comparative Perspective. Princeton, New Jersey: Princeton University Press, 1991. 
Tackling Child Labor
From Our Partner ICI

"The only way to effectively tackle child labor is to address its multiple root causes, which requires gathering many skill sets. That’s why the Cocoa Life commitment to partnerships is particularly important. As the program scales up, Cocoa Life will have a transformative effect on the communities where it’s implemented and will have an important impact on a lot of the child labor risk."

Nick Weatherill, Executive Director, International Cocoa Initiative

Sharing Our Findings
From Our Partner Anti-Slavery International

"Cocoa Life’s holistic approach takes into account the importance of ensuring its efforts have credibility and integrity. Others seeking to address child labor and slavery have much to learn from the Cocoa Life child labor guidance document, which we worked together to develop and publish."

Aidan McQuade, Director, Anti-Slavery International, and Cocoa Life Advisor